Rheingold

Märchen nach Richard Wagners Oper

 

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Also noch mal ganz von hinten: Die Götter ziehen in ihr neues Heim, die prächtige vollendete Burg Walhall, deren Errichtung der Götterchef Wotan in Auftrag gegeben hatte bei den Riesen Fafner und Fasolt, denen er einen Schatz anbietet, um Freia, die Göttin der ewigen Jugend, zurückzukaufen, nachdem er sie ihnen als Bezahlung für ihre Arbeit ausgehändigt hatte. Und zwar kauft er sie zurück mit dem Schatz des Rheingoldes, den er dem Herrscher der Nibelungen, dem verbitterten Zwerg Alberich, listreich abgeknöpft hatte, nachdem dieser wiederum ihn den Rheintöchtern geraubt hatte, indem er der Liebe für immer entsagt hatte… Wie kommt man denn auf so eine dumme Idee?!

 

Pädagogische Themen

Macht und Gier, Neid und Liebe. Liebe oder Macht? Moralische Fragen im Umgang mit Besitz, Reichtum, Menschenhandel, Stellenwert und Wirkungsmacht von Gold und Geld, Außerdem thematisiert die Inszenierung mit schalkhaft eingesetzten Anachronismen Umweltprobleme unserer modernen Zivilisation…

 

Bilder zum Stück

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Technische Daten

MÖP Papiertheater
Altersempfehlung: 4 - 104 Jahre
Dauer: 50 Minuten
Spielweise: Papierfiguren
Stück und Ausstattung: Katharina Mayer-Müller
Spiel: Martin Müller
Regie: Katharina Mayer-Müller
Grafik
: Manon Bauer
Produktion MÖP Figurentheater 2019, Premiere am 15.11.2019 im MÖP um 16:00

 

 

Ausmalbilder, Plakate und Aktionsheft

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Aus dem Aktionsheft

 

Stimmen zum Stück: Rheingold

 

„Nur wer der Minne Macht entsagt, nur wer der Liebe Lust verjagt, nur der erzielt sich den Zauber, zum Reif zu zwingen das Gold“ „Wer ihn besitzt, den sehre die Sorge, und wer ihn nicht hat, den nage der Neid“

Die „Summe der Intelligenz der Gegenwart“ (Wagner über die Figur des Wotan) stellt sich als ziemlich armselig und manipulierbar heraus. Ein Thema das wohl aktueller kaum werden kann. Gespickt mit Anachronismen, die auf gegenwärtige Probleme unserer Gesellschaft und Weltbevölkerung anspielen: ein Motor-U-Boot, das vorbeirast, Plastikmüll im Wasser, der Wunsch nach ewigem Leben, der als Demonstration der Macht in Auftrag gegebene Bau eines riesigen Anwesens für die Götter, das Wotan nicht einmal bezahlen kann, ohne unlautere Mittel zu verwenden, da er einfach die Schwester seiner Frau an die beiden Riesen verkauft hat, das Scheitern eines liebe- und friedvollen Miteinanders aufgrund von Gier und Neid. – Wenn das nicht mitten ins Herz unserer heutigen Gesellschaft, ins Herz des menschlichen (Un)wesens überhaupt trifft!

Man erlebt hier im MÖP ein Gesamtkunstwerk im nahezu wagner‘schen Sinne! Martin Müller legt eine wahre Akrobatik-Übung hin, die aber für den Zuseher, der sich gemütlich im „Wohnzimmer der Biedermeierzeit“ zurücklehnt und „fernschaut“ weitgehend verborgen bleibt. Figuren schieben, heben, ziehen, schweben, fallen, kippen, allen eine Stimme verleihen, ob gesprochen, ob gesungen, ob griesgrämiger Alberich oder aufgescheuchte Rheinnixe, einspielen der Musikaufnahmen, Licht, Nebelmaschine… Es ist Papiertheater auf hohem Niveau, das man hier zu sehen bekommt. Diese neue Produktion des Mödlinger Figurentheater reizt, bei einer text- und längenmäßig natürlich gekürzten Fassung, sämtliche Möglichkeiten des Mediums Papiertheater aus: bewegliche Flossen oder Arme, Kippfiguren, ein wachsender Goldberg, leuchtendes Edelmetall, sogar ein Regenbogen über den die Götter in ihre neue Heimat Wallhall ziehen (oder gezogen werden). Bei genauem Hinsehen werden viele witzige und symbolhafte, vielschichtige Details erkennbar.

Die aufwendige Gestaltung des Bühnenbildes ist wieder einmal ein unglaubliches (Hand)werk von Katharina Mayer-Müller, die Figuren entworfen von Manon Bauer und die dramaturgische und textliche Bearbeitung sowie schauspielerische Performance von Martin Müller, vereinen sich zu einer äußerst sehenswerten Darbietung – und hörenswerten: die textliche Adaptation mischt den originalen Wortlaut Wagners mit neuer und ganz und gar heutiger Sprache, sprachlichem Witz und ungeminderter Freude am germanischen Stabreim. Ein Theatergenuss für Kinder ab 5 Jahren, und alle darüber hinaus! Man muss nicht Wagnerianer sein, um dieser Aufführung etwas abzugewinnen!