Bahn frei für Kasperl

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Kasperlstücke
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Achtung, fertig, los! Kasperl saust mit seinem Fahrrad.

 

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Stellt euch vor, Kasperls Oma fährt im Hühnerstall Motorrad! Deshalb hat sich der Kasperl ganz allein und ohne fremde Hilfe ein neues Fahrrad gebaut. Ein ganz besonderes nämlich: Ein Fahrrad mit Düsentrieb!!!

Leider fehlt da noch die Bremse und die Klingel und der Kasperl macht sich flux auf den Weg zum Fahrradgeschäft, um das Rad verkehrstauglich zu machen. Schade nur, dass er auf dem Weg dorthin ausgerechnet dem Polizisten in die Arme läuft, oder besser gesagt fährt!

Ja wie bitteschön soll sich denn der Kasperl eine Bremse und eine Klingel kaufen gehen, wenn er nicht damit fahren darf?

 

Pädagogischer Inhalt: Mit diesem Stück erleben auch schon die ganz jungen Zuschauer einen spannenden und spaßigen Einstieg in die Verkehrserziehung. Schau links und rechts und habe Acht, was links und rechts dein Nachbar macht.

 

Pressebilder

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Technische Daten

MÖP Kasperlstück
Altersempfehlung: 3 - 103 Jahre
Dauer: 45 Minuten
Spielweise: Papiertheater
Regie: Dorina Unterdorfer
Text und Spiel: Martin Müller und Katharina Mayer-Müller
Musik: Kahtarina Mayer-Müller
Ausstattung: Elisabeth Müller
Werkstätte: Helene Mayer
Mobile Anforderungen: Auf-/Abbau der Bühne: 2 / 1 Std. Steckdose in Bühnennähe, bis 120 Personen, Bühnenfläche 3x2m
MÖP Produktion 2014, Premiere am 9.5.2014 im MÖP Figurentheater

 

Ausmalbilder, Plakat und Aktionsheft zum Download

 

 

Der Zebrasong

 

1. Schau links, schau rechts, und habe Acht, was links und rechts dein Nachbar macht.

Und erst wenn alle Autos stehn, kannst du gelassen, kannst du gelassen- über dei Straße gehn.

 

2. Schau links, schau rechts, und habe Acht, was links und rechts dein Nachbar macht.

Und auf dem Zebrastreifen, kannst du gelassen, kannst du gelassen- über dei Straße gehn.

 

3. Schau links, schau rechts, und habe Acht, was links und rechts dein Nachbar macht.

Und erst wenns auf der Ampel grün, kannst du gelassen, kannst du gelassen- über dei Straße gehn.

 

 

 

Stimmen zum Stück "Bahn frei für Kasperl"

Artikel von Manon Bauer (2019)

Ein klassisches Kasperlstück in vielerlei Hinsicht, vom „Seid ihr alle da, ich kann euch nicht hören?!“ bis hin zum gemeinsamen „Hauruck!“. Man findet einen pädagogischen Hintergrund (Verhalten im Straßenverkehr) genauso wie eine freche, kritische Haltung unhinterfragten Autoritäten gegenüber. Denn wenn man bedenkt, dass es nicht zuletzt eine wichtige Funktion der Figur des Narren, von der der Kasperl ja abstammt, war, sich keinerlei Normen zu unterwerfen, und daher auch Tabus äußern und brechen zu können, oder verdeckte Kritik zu üben.

So verdeckt ist die Kritik in „Bahn frei für Kasperl“ allerdings auch wieder nicht, wenn die Großmutter ohne mit der Wimper zu zucken den Polizisten erpresst, der ja seinerseits unerlaubterweise mit dem noch nicht verkehrstauglichen Fahrrad sämtliche Passanten gefährdet.

Klassisch formrund ist auch der Aufbau des Stückes – ein regelrechter Reigen: drei Mal wiederholt sich der Vorgang, nur die Personen wechseln: so ist jeder einmal der, der unerlaubt fährt und jeder einmal der Überfahrene – man wird aufs köstlichste eingeladen, die Sichtweise zu wechseln. So raten die Kinder dem Kasperl einerseits lautstark, doch nicht mit dem unfertigen Rad zu fahren. Andererseits rufen sie ihm ebenso unverfroren zu, er solle sein „beschlagrahmtes“ Fahrrad doch einfach wieder zurückstehlen. Was natürlich, Oma sei Dank, nicht notwendig ist. Dieses Stück ermöglicht Perspektivenwechsel, Einfühlung in die unterschiedlichen Situationen, in welche jede Figur einmal gerät, und Überdenken von Sinn und Unsinn. Es ist dabei nicht eine Instanz besser oder richtiger als die andere nur aufgrund ihrer gesellschaftshierarchischen Position: Ob Polizei, Großmutter oder Kasperl – alle müssen sie feststellen, dass man mit einem Rad ohne Bremsen besser nicht fährt, und alle stellen sie fest, dass der Schlagrahm doch besser zu Kaffee und Kuchen passt als zum Fahrrad.

Ein flottes Lied zum Zebrastreifen und ein markerschütternd lachendes Zebra, das diesen erklärt, runden das Geschehen ab, und geben so auch dem Lehrreichen teil einen tierisch-komischen Anstrich.

Gesellschaftskritik hauchfein und doch mit Düsenantrieb.